HUBERT TESCHLADE
Bildhauer und Architekt
 
 
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Der Kern des menschlichen Seins

Hubert Teschlade lädt zu Atelierausstellung
 
(Westfälische-Nachrichten / 30.10.2004)
 
Münster Wenn ich nun mein kreatives Schaffen in der Bildhauerei vorstelle", so hat Hubert Teschlade einst über seine Metallbildhauerarbeiten gesagt, "kommt hier der Kern unseres menschlichen Seins in den Vordergrund. Ich habe versucht, das Wesen unserer menschlichen Existenz und die Suche nach dem Schöpfer aller Dinge sichtbar zu machen. Lebensphilosophie und Religion sind Kernpunkt meines Schaffens." Davon können sich Kunstinteressierte von diesem Sonntag an überzeugen. Hubert Teschlade eröffnet dann erneut die Türen zu seinem Atelier.
Bis zum 21. November zeigt der münstersche Bildhauer Skulpturen, Metallbilder und Grafiken. Monika Risse komplettiert die Schau mit Silber schmuck.

Die Ausstellung im Atelier in Münster-Nienberge, Am Pastorenbusch 22, dauert bis zum 21. November; Öffnungszeiten: mittwochs, donnerstags und samstags von 10:30 Uhr bis 13 und 15 bis 19 Uhr.

Eine Büste, geschaffen von Hubert Teschlade.

Bei Vivaldi fragt auch niemand nach dem Alter

Künstler Hubert Teschlade und seine Gedanken zur Kunst
 
Von Klaus Baumeister (Westfälische-Nachrichten / 02.09.2004)
 
Münster-Nienberge. Den neuen Direktor des Landesmuseums, Dr. Hermann Arnold, kennt Hubert Teschlade nur flüchtig. Trotzdem ist der 83-jährige Bildhauer aus Nienberge glücklich über diese Personalentscheidung in Münsters größtem Museum: "Endlich mal wieder ein Kunsthistoriker an der Spitze!", freut er sich.
Warum der streitbare Künstler dies sagt? Nun: Hubert Teschlade hat jüngst die spektakuläre Mammut-Ausstellung "MoMa" in Berlin besucht. Sein Resümee: "Es war faszinierend, die Entwicklung der Kunst im 20. Jahrhundert zu erleben", sagt er. Aber klar ist für ihn dabei auch: Die Moderne Kunst ist an ihre Grenzen gestoßen".
Überdeutlich sei die Gefahr, "dass die Macht der Kunstmanager im Verhältnis zu den Künstlern zu groß wird", so Hubert Teschlade. Nicht mehr das "handwerkliche Können und das leidenschaftliche Tun" der Maler, Zeichner und Bildhauer stehe im Vordergrund, sondern nur noch die schlichte Frage: "Wer und was wird gerade hoch gespielt?"
Hubert Teschlade organisierte in den Jahren 1983, 1986 und 1991 jeweils die Exponate-Ausstellungen für regionale Künstler. Antrieb war für ihn dabei immer die Erkenntnis: "Die Fotografie hat es nicht geschafft, die Malerei zu verdrängen. Deshalb darf es das Abstrakte auch nicht schaffen, das Gegenständliche zu verdrängen".
Hubert Teschlade, 83 Jahre alt und immer
noch aktiver Künstler, hält eine Kultfigur aus
dem westafrikanischen Benin in den Händen.
Die Maske ist für ihn Kunst, weil sie
"handwerkliches Können und
leidenschaftliches Tun" vereint.
 
Denn Kunst ist für den Künstler aus Nienberge noch immer etwas Existenzielles, sie muss seiner Meinung nach etwas aussagen. Mit diesem Anspruch misst Hubert Teschlade auch die berühmten Kunstwerke, die dank der Skulpturen-Ausstellungen in den Jahren 1977 bis 1997 nach Münster gekommen sind. Das "Gegenläufige Konzert" von Rebecca Horn im Zwinger zum Beispiel findet der kritische Fachmann "faszinierend", die Aaseekugeln von Claes aidenburg indes sind für ihn ganz einfach nur "Design".
Was erhofft sich der agile Senior aus Nienberge für die münsterische Kunstszene im Besonderen? Zum Beispiel eine gute Ausstellung mit Werken der Künstlergemeinschaft "Schanze" aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. "Eine hoch spannende Zeit", wie er meint. Auch das Jubiläum "175 Jahre Westfälischer Kunstverein" im Jahr 2006 wäre seiner Meinung nach ein guter Anlass, um Entwicklungslinien in der Kunst aufzuzeigen.
Viel wäre nach Ansicht von Hubert Teschlade für die heimische Kunstszene schon gewonnen, wenn die Deutschen es wie die Franzosen halten würden: "Sie lieben alle Epochen." Oder wenn es so wäre wie in der Musik: "Bei Beethoven, Vivaldi und Mozart fragt auch niemand nach dem Alter".
 

Künstler belebt seine Bilder
Hubert Teschlade präsentiert die Ausstellung "Neue Grafik"
 
Von André Boße (Westfälische-Nachrichten / 20.09.2003)
 
Zunächst digitalisiert, dann neu arrangiert wurde auch dieses Werk von Hubert Teschlade
Zunächst digitalisiert, dann neu arrangiert wurde auch dieses Werk von Hubert Teschlade.
 
Aus der Not eine Tugend machen - selten trifft diese Aussage so ins Schwarze wie beim Blick auf das neue Schaffen von Hubert Teschlade. 1921 in Münster geboren, ist seine Lebensgeschichte von Kreativität und Tatendrang bestimmt, bis er vor fünf Jahren durch einen Schlaganfall zunächst gebremst wurde. Doch der 82-Jährige gelernte Architekt und Bildhauer, dessen Kunst man in vielen Kirchen im Münsterland entdecken kann, lässt sich nicht ausbremsen.
 
Wie ein Musiker, der alte Kompositionen mit Mitteln der neuen Technik noch einmal einspielt, hat Teschlade sein Werk zunächst digitalisiert, um es dann neu zu arrangieren. "Ausstellung Neue Grafik" nennt er das Ergebnis: eine Werkschau, die nicht zurückblickt, sondern fest in der Gegenwart positioniert ist. Teschlade hat seine kleineren Aquarelle oder Skizzen eingescannt und die großen Skulpturen oder Metallbilder - eine Erfindung von ihm: Darstellungen, in denen sich Bild und Skulptur vermischen - abfotografiert.
 
Der Computer-Monitor ist seine neue Leinwand. Hier verändert er Farben, Abstimmungen und den Bildschnitt. "Ich belebe die Bilder", sagt er selber. Nach Vielen Probeausdrucken - "die meisten für den Papierkorb" - entsteht beim letzten Ausdruck dann die neue Grafik aus alten Werken. 46 Beispiele dieses Schaffens zeigt seine neue Ausstellung, Einige von ihnen können vor Ort in seinem Atelier mit den Originalen verglichen werden, Auf seine Lebensbilanz als Werkschaffender blickt er, der sein Werk durch die neue Arbeit selbst noch einmal überblickt hat, nicht ohne Stolz zurück: "Ich entdecke eine Handschrift und nicht bloß viele lose Ideen."
 
Hubert Teschlade genießt die Möglichkeiten der digitalen Technik, statt ihre oft als seelenlos bezeichneten Reproduktionsmöglichkeiten zu verfluchen. Die Computer sei die Maschine, er bleibe der Gestalter.
 
"Es ist eben nicht alles, schlechter in dieser Zeit", hält er dem Kulturpessimismus anderer Zeitgenossen entgegen. Zwar vermisse er das Handwerkliche, das sein künstlerisches Schaffen über Jahre ausgezeichnet hat. Ein "Kreativer im Ruhestand" ist er - dem Computer und seinem wachen Geist sei Dank - aber noch lange nicht.
 
Die Ausstellung "Neue Grafik: Das menschliche Antlitz -' Landschaft und Struktur" ist vom 20. September bis 12. Oktober immer mittwochs und samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr geöffnet. Sie wird gezeigt in Teschlades Atelier, Am Pastorenbusch 22, in Münster-Nienberge.
 

Auf dem Weg zur "Kunst ohne Seele"
82-Jähriger hält dem modernen Kultur-Betrieb den Spiegel vor
 
Von Klaus Baumeister (Westfälische-Nachrichten / 12.08.2003)
 
Münster-Nienberge.. Hubert Teschlade hat eine neue künstlerische Ausdrucksform. Stundenlang sitzt der Bildhauer und Architekt am Computer, scannt Fotos seiner früheren Kunstwerke ein, holt sie sich auf den Bildschirm und verfremdet sie. Teschlade liebt die Computerkunst. Nicht zuletzt deshalb, weil er sich mit der Gegenwart auseinander setzen möchte. Und was ist gegenwärtiger als der Computer? Mit 82 Jahren hat der Nienberger Hubert Teschlade damit begonnen, frühere Kunstwerke von ihm am Computer zu verfremden.
 
Mit 82 Jahren steht der Nienberger eigentlich nicht (mehr) vor der Notwendigkeit, sich mit der komplizierten Rechnertechnik vertraut machen zu müssen. Doch Teschlade hat sich die "Aufarbeitung seines Lebenswerkes", wie er es nennt, zur Aufgabe gemacht. Werden die Kruzifixe, Altarräume, Kirchenportale, Bronzeskulpturen und Metallbilder, die er geschaffen hat, ihren Weg in die Kunstgeschichte finden? Teschlade kann diese Frage nicht beantworten: "Ob ein Künstler gut ist, stellt sich erst in zwei bis drei Generationen heraus."
 
Genau dieser Ansatz lässt Teschlade aber zum scharfen Kritiker der derzeitigen Kunstszene werde. "Zu viel Show, zu viel Kult, zu viel Trend", hält er der nachwachsenden Generation vor. Nicht das Talent und die existenzielle Betroffenheit entscheide heute über den Erfolg eines Kunstwerkes, "sondern die Frage, ob die PR-Maschine richtig funktioniert". Das Produkt dieser Maschine: "Kunst ohne Seele".
 
In gewisser Weise spiegelt sich in dem Verhältnis Teschlades zu den heute jungen, aktiven Künstlern eine Art Generationenkonflikt wider. In der Biografie des 82-Jährigen spielt seine Verhaftung im Dritten Reich eine zentrale Rolle, ebenso die Militärzeit und die Kriegsgefangenschaft. Dann die bescheidenen Anfänge nach dem Krieg. Trümmerhaufen überall, Trümmer-Literatur, Trümmer-Frauen, Trümmer-Kunst. Bilder malen, Skulpturen schaffen, das war für Teschlade gleichbedeutend mit der "Suche nach dem Paradies, nach dem Glück, nach Gott".
 
Dieser Interpretationsansatz ist vorzugsweise wohl jener Generation zugängig, in deren kollektivem Gedächtnis Momente der Grausamkeit und der Lebensgefahr sehr präsent sind. Wie also umgehen mit der Unbeschwertheit der Nachgeborenen? Wie umgehen mit deren Bemühungen, die fehlenden Brüche im eigenen Werdegang durch eine wachsende Lust an der künstlerischen Provokation zu kompensieren?
 
Für Teschlade gibt es nur eine Antwort: Mit einander reden. Seit Jahren plädiert er dafür, nicht in Ehrfurcht vor den hoch gelobten Skulpturen-Ausstellungen in Münster zu erstarren, sondern die internationalen Star-Künstler kritisch zu hinterfragen. Ist das echte Kunst, was sie machen ? "oder nur eine Idee, mit etwas Ästhetik garniert?" Fragen über Fragen, bei denen Teschlade um eine Antwort ringt, ohne die Gewissheit zu haben, ob die Antwort nicht gleich wieder eine neue Frage aufwirft. Der 82-Jährige aus Nienberge ist auf jeden Fall noch nicht zur Ruhe gekommen ? und möchte es auch gar nicht. Frei nach dem Motto: Ein Künstler, der sich nicht an der Kunst anderer reibt, ist kein Künstler.
 
http://www.westline.de/go/kulturhauptstadt
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